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RP Witteck selbstbewusst: „Mittelhessen wird Vorreiter bei Erneuerbaren Energien!“

04.02.2010 - Pressemitteilung

Gießen. Regierungspräsident Dr. Lars Witteck begrüßt das Energiekonzept der Landesregierung und betont, dass das Thema Erneuerbare Energien auch für die Region Mittelhessen einen sehr hohen und aktuellen Stellenwert hat. Dabei geht der seit einem dreiviertel Jahr im Amt befindliche Kopf des Gießener Regierungspräsidiums über die Ziele seiner Kollegen in der Landesregierung teilweise sogar noch hinaus.

„Im derzeit in Aufstellung befindlichen Regionalplan Mittelhessen ist die Zielvorgabe enthalten, bis 2020 mindestens ein Drittel des Endenergieverbrauchs der Region Mittelhessen durch den Einsatz - möglichst regional erzeugter - Erneuerbarer Energien abzudecken.“ erläutert Witteck. Dieses von der Regionalversammlung bereits beschlossene und selbstbewusste Entwicklungsziel sei jedoch nur dann zu erreichen, wenn in den nächsten Jahren ein konsequenter Ausbau aller Formen an Erneuerbaren Energien erfolge. In Ergänzung zum Lautenschläger-Konzept, das unter anderem den Import von Windenergie  befürwortet, spricht sich der 35-Jährige dafür aus, die in Mittelhessen benötigte Energie möglichst vor Ort und regional zu erzeugen. Die entsprechenden Weichenstellungen seien bereits im Regionalplanentwurf Mittelhessen 2009, mit dessen Genehmigung durch die Landesregierung bis Ende 2010 gerechnet wird, enthalten. Insbesondere der Biomasse und der Windkraft werden darin eine tragende Rolle im künftigen Energie-Mix für Mittelhessen eingeräumt.

Ganze 0,48 Prozent der Fläche Mittelhessens werden im Regionalplanentwurf als Vorranggebiete für Windenergienutzung ausgewiesen. Damit nimmt Mittelhessen im Vergleich zu Nord- (0,29 Prozent) und Südhessen (0,13 Prozent) die Spitzenposition ein. Auch bei der installierten Leistung der Windenergieanlagen liegt der Gießener Regierungsbezirk mit seinen 240 bereits errichteten oder genehmigten Windenergieanlagen und einer Nennleistung von 202 Megawatt gegenüber Nordhessen (226 MW ) und Südhessen (85 MW) im oberen Bereich. Mit der bislang installierten Leistung können etwa 2,1 Prozent des mittelhessischen Strombedarfs abgedeckt werden.

Mit Hilfe von „Repowering“ (Ersatz kleinerer Anlagen durch Anlagen mit höherer Nennleistung) und unter der Voraussetzung, dass die ausgewiesenen Vorranggebiete für Windenergienutzung vollständig mit modernen Windenergieanlagen ausgenutzt würden, sei ein weiterer Anstieg der Nennleistung auf 520 Megawatt und damit eine Erhöhung des Deckungsgrades auf bis zu sieben Prozent des gegenwärtigen Strombedarfs möglich, rechnet Witteck. Gelinge es zudem, den Energieverbrauch, so wie im Landeskonzept gefordert, zu senken, würde sich dieser Anteil noch deutlich erhöhen.

Ebenso wie Windkraft und Biomasse werden aber auch Photovoltaik, Solarthermie, Biomassenutzung, Wasserkraft und Geothermie ihre Beiträge zur Zielerreichung leisten müssen. Zur Umsetzung der Pläne hat die Regionalversammlung Mittelhessen die Aufstellung eines regionalen Energiekonzeptes für Mittelhessen beschlossen, mit dessen Erarbeitung in diesen Tagen begonnen wird. Unter Einbeziehung kommunaler und regionaler Konzepte und Strategien soll gemeinsam mit regionalen Akteuren nach Mitteln und Wegen gesucht werden, wie das ambitionierte Energieziel der Region erreicht werden kann.

„Ich bin zuversichtlich, dass sich die Region auf einem guten Weg befindet und werde die Umsetzung des im Regionalplan formulierten Drittelzieles mit voller Kraft unterstützen“, sagt Witteck. Ohnehin sei dies nur ein Etappenziel auf dem Weg zu einer hundertprozentigen Abdeckung des Energiebedarfs mit Erneuerbaren Energien. Der beste Weg dieses Ziel zu erreichen sei immer noch, Energie einzusparen. „Jede Kilowattstunde, die nicht verbraucht wird, muss auch nicht erst aufwändig erzeugt werden“, ergänzt er abschließend.

Umweltministerin Silke Lautenschläger hatte vor einigen Tagen das Konzept des Landes Hessen für erneuerbare Energien vorgestellt. Kernpunkte des Landeskonzeptes sind die Senkung des hessischen Endenergieverbrauchs in den nächsten 10 Jahren um 20 Prozent und das Ziel, bis zum Jahr 2020 den Endenergieverbrauch (ohne Verkehr) zu 20 Prozent durch Erneuerbare Energien zu decken. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, setzt die Ministerin vor allem auf den Ausbau der Energiegewinnung aus Biomasse, die bis 2020 bei Wärme- und Stromerzeugung einen Anteil von 9 % am zukünftigen Energiebedarf liefern soll.


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