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Gießener Regierungspräsidium:

18.06.2009 - Pressemitteilung
Region Mittelhessen für bundesweites Modellvorhaben ausgewählt!
 

Groß war die Freude beim Gießener Regierungspräsidium (RP), als jetzt die Nachricht eintraf, dass Mittelhessen - zusammen mit der Region Südhessen und dem Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main - vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) für ein Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) ausgewählt wurde. Insgesamt werden acht Gebiete (neben Hessen wurden auch Regionen aus den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Baden-Württemberg und Bayern ausgesucht) an dem Modellprojekt „Raumentwicklungsstrategien zum Klimawandel“ teilnehmen. In einem umfangreichen Bewerbungs- und Auswahlverfahren hatte sich das RP, das nun als sogenannter „Leading partner“ verantwortlich für die inhaltliche und organisatorische Gesamtkoordination ist, durchgesetzt.

„Grundsätzlich geht es bei dem hessischen Projekt unter dem Motto ‚REFRAKLAN‘ (Regionalplanung in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main – vom Klimaschutz zur Klimaanpassung) um die modellhafte Erprobung integrierter Handlungskonzepte zur Verbesserung der regionalen Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimafolgen“, erläutert Regierungspräsident Dr. Lars Witteck. Gemeinsam mit den Projektpartnern „Büro regioTrend“, „Büro für Umweltbewertung Geoökologie“ (beide aus Gießen) und der Technischen Universität Darmstadt sowie mit Akteuren aus der Modellregion (wie beispielsweise dem Bauernverband, dem Regionalmanagementverein MitteHessen sowie dem Hessischen Städte- und Gemeindebund) sollen Vorschläge erarbeitet werden, wie sich die Region durch geeignete Anpassungsmaßnahmen auf zu erwartende Veränderungen einstellen kann. „Für Mittelhessen, Südhessen und Frankfurt/Rhein-Main sind als Folge des Klimawandels vor allem in den Bereichen Hochwasserschutz, Siedlungsklima, Landwirtschaft aber auch im Arten- und Biotopschutz wesentliche Änderungen zu erwarten, für die frühzeitig eine geeignete Anpassungsstrategie entwickelt werden muss“, betont der Regierungspräsident.

In den ersten Schritten ist vorgesehen, die Möglichkeiten der Regionalplanung und Regionalentwicklung im Sinne einer Stärkung und Erweiterung des raumordnerischen Instrumentariums zu überprüfen - beispielsweise durch entsprechende Festlegungen im Regionalplan. „Anschließend soll eine umsetzungsorientierte ‚regionale Klimaanpassungsstrategie‘ erarbeitet werden, in die neben der Regionalplanung auch andere Akteure wie Kommunen, Land- und Wasserwirtschaft sowie der Naturschutz einbezogen werden“, beschreibt der RP-Planungsexperte Dr. Ivo Gerhards die weiteren Arbeitsschritte.

„Zum Beispiel wird geprüft, ob und welche Siedlungsbereiche in zunehmend durch Hochwasser oder andere Extremereignisse gefährdeten Gebieten liegen“, so Gerhards weiter. Wie unter Berücksichtigung eines erhöhten Wasserbedarfs und der Ressourcenschonung ein nachhaltiges Grundwassermanagement gewährleistet werden kann, wird ein ebenso bedeutsamer Schwerpunkt sein wie die Frage, mit welchen Maßnahmen sich regionstypische Arten und Biotope unter den Bedingungen des Klimawandels dauerhaft sichern und entwickeln lassen. „Wichtig ist es daneben zu prüfen, ob der Klimawandel auch Chancen für bestimmte Formen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung in der Modellregion bieten kann“, ergänzt die RP-Mitarbeiterin Simone Philippi. Ein weiterer Kernpunkt des umfangreichen Modellvorhabens wird es nicht zuletzt sein, Möglichkeiten auszuloten, mit denen Kommunen für eine derartige Klimaanpassungsstrategie sensibilisiert werden können.

Träger des Modellprojekts – das bis zum Frühjahr 2011 abgeschlossen sein wird – sind das BMVBS und das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR). Für interessierte regionale Akteure besteht die Möglichkeit, durch ihre – ausdrücklich gewünschte - aktive Teilnahme an thematischen Workshops Beiträge zum Vorhaben zu leisten, heißt es abschließend aus dem Regierungspräsidium.


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